Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen...

Ich habe ja schon oft von meiner Leidenschaft für Höhlen erzählt. In den Anfangsjahren unserer Höhlengruppe nutzten wir jedes Wochenende, um irgendwo irgendwo hinein zu klettern, kriechen...etc.

Ganz in der Nähe von Kassel (50 km entfernt) gibt es ein kleines Karstgebiet, in dem früher auch viel Bergbau war.

Wir krochen durch einige Schieferhöhlen, aber seilten uns oft in Jahrhunderte alte stillgelegte Bergwerke ab.

Wie gesagt: Es stand nirgends ein Schild "Betreten oder Abseilen verboten".

Das war spannend, nicht nur, weil wir unter der Erde waren, sondern weil hier vor Jahrhunderten Menschen und Kinder unter gewaltigen körperlichen Strapazen gearbeitet haben. Wir waren an Originalschauplätzen.

Zwischendurch erkundeten wir die Umgebung, in der Hoffnung neue Eingänge zu finden.

Unter einem Baum entdeckten wir ein kleines Loch, das eindeutig zu einem Fuchsbau gehörte.

Wir überlegten, ob da auch ein Mensch durchpasst...

Ich, als der kleinste und dünnste, hatte zuerst die Ehre.

Ich zwängte mich also mit dem Kopf zuerst in das Fuchsloch. Mit den Füßen drückte man mich weiter...und plötzlich wurde der Fuchsgang groß und breit...kein Fuchsloch, eine Bärenhöhle???

Die anderen kamen nach und schnell wurde klar, dass wir in alten Bergwerksschächten waren. Die Gänge waren teilweise verschüttet, aber gebückt konnten wir gehen, kamen an Verzweigungen und in den Fels gehauenen Sitzbänken vorbei.

Dort setzen wir uns hin und, wie damals üblich, packten wir unsere Esbit-Kocher aus und wir haben gegessen und getrunken.

Der Einstieg war wirklich ein Fuchsloch und so waren wir sicher, dass wir seit Jahrhunderten die ersten Menschen waren, die hier gesessen haben.

Im Gang war Schlamm und im Schlamm fanden wir einen handbemalten Teller, eher eine Schüssel. Sie war etwas zerbrochen, aber schien ein Original aus dieser Zeit zu sein. (Bergbau war dort seit 1450 bis ins 19. Jahrhundert hinein). Jedenfalls, ein Made in China stand nicht hinten drauf...



Ich legte sie zu Hause in feuchte Tücher in einen dunklen Schrank, da ich die klimatische Umgebung erhalten wollte...aber 2010, als ich in meine jetzige Wohnung zog, legte ich sie auf einen Ehrenplatz in mein Wohnzimmer....

Die Farben sind etwas blasser geworden, aber sie hat sich gut 40 Jahre nach ihrer "Befreiung" aus dem Schlamm immer noch gut gehalten...

Was man so von mir nicht sagen kann....die Farben bei mir sind noch mehr verblasst und die Glasur ist ganz schön runzelig geworden...