Salzwasser, Sand und Zelten

Gerade bin ich in Lübeck. Hier findet nach zwei Jahren coronabedingter Pause wieder ein Bundeswettbewerb Jugend forscht statt.

Ich begleite einen SFNler, der sich bis hierher hochgearbeitet hat...

Nach der Ankunft am Donnerstag und der Hilfe beim Standaufbau gibt es am Freitag für mich nichts zu tun.

Ich habe mir vorgenommen, zum 38 km entfernten Ostseebad Kellenhusen zu fahren.

Hier habe ich Mitte der 60-er, also vor fast 60 Jahren, regelmäßig Campingurlaub mit meinen Eltern gemacht.



Das erste Mal fuhren wir mit dem neuen VW-Käfer in Urlaub. Zelt hatten wir, Luftmatrazen auch, aber Schlafsäcke waren zu teuer...wir nahmen unsere Federbetten mit.

Die Federbetten teilten sich den Platz auf der Rückbank mit mir.

Bis Hamburg gab es schon eine Autobahn. Dann kämpften wir uns durch Hamburg durch, ebenso durch Lübeck und kamen nach etwa 7 Stunden in Kellinghusen an.


Ich hatte noch nie das Meer gesehen. Wer nach Kellinghusen fährt, muss erstmal durch einen recht großen dichten Wald durch (auch heute noch). Dann ging es vor dem Ort rechts ab zum abgelegenen Campingplatz: Eine nahezu baumlose Sandwüste, ab und an Wiesen, Sanitärhütten und einen kleinen Laden.

Heute sind Ort und Campingplatz zusammengewachsen.

Für mich war (und ist) das Meer eher nichts...überall Sand...im Bett, in den Schuhen...das Meer voller Quallen, die auch zu Hunderten am Strand herumlagen.

Ich hab keine Ahnung, weshalb die Evolution sie hervorgebracht hat... Eckeltraining?

Wer einmal in eine Qualle hineingetreten ist, oder beim Baden von einer Feuerqualle umarmt wurde...oder eine tote ins Gesicht gefeuert bekam...der mag sie einfach nicht...


Apropos schwimmen...ich hatte das ja gelernt (siehe "Wie ich meinen Lehrer K.O. schlug)...aber ich hatte Probleme mit dem Salzwasser...sobald ich einen Schluck in den Mund bekam, musste ich mich übergeben...


Und mein Vater war der Meinung, dass ich unbedingt viel schwimmen musste...und so konnte man immer sehen, wo ich entlang geschwommen bin...längs der Bahn schwamm alle paar Meter ...Kotze....die Ostsee ist groß, aber mein Magen ist viel größer....


Ja, schon sehr früh habe ich Trajektorien in Mannigfaltigkeiten erzeugt und Raum-Zeit-Ereignisse zur Markierung von Metrikeinheiten erzeugt.


Trotzdem...so mitten in der Natur...wenn die Wiesen abends feucht wurden, der Wind kühler wurde, das Meer rauschte, prasselnder Regen auf dem Zeltdach...,das hat mich auch geprägt...


Einmal in der Woche kam der Kinowagen...ein alter VW-Bus mit Leinwand...und dann gab es Open Air Kino auf dem Camping Platz...


Muschelsuchen am Strand...überall wurden wunderbare Sandburgen gebaut...man lag in seiner Sandburg, verzierte die Wälle mit Bildern aus Muscheln, baute Burgtürme.. eine Strandwanderung war wie ein Spaziergang durch eine Märchenwelt...


Inzwischen ist das Bauen von Sandburgen verboten...man setzt sich dafür in Plastikschachteln, äh Strandkörbe...


Es reiht sich Strandkorb an Strandkorb an Strandkorb...



Was macht man da drin????


Im Nachbarort Grömitz wollte ich es wissen...ich mietete mir für zwei Stunden einen Strandkorb in der ersten Reihe...da sieht man aufs Meer, nicht auf andere Strandkörbe...

setzte mich rein...und da fing es an zu regnen...

Ich zog die Beine hoch, bin eingeschlafen, es war wie im Zelt damals vor 60 Jahren....