Im Backofen schlafen...

Ja, dann greife ich doch mal den Hinweis von B.F. auf Facebook auf...




Es war eine Klassenfahrt nach Südfrankreich, Oberstufe Tutorkurs LK Physik Q1.

Wir hatten uns einen ganzen Bauernhof in der Nähe der Ardeche in Südfrankreich gemietet. Der Ort hatte einen deutsch klingenden Namen...und der Fahrer des Reisebusses dachte, er sei in 6 Stunden da...

aber es sind 15 Stunden Fahrt...wir mussten im Rasen einer Raststätte pennen... GPS gab es halt noch nicht...


Naja, der Hof war urig...wir kochten selbst (das mache ich immer so auf Tutorfahrten), aber irgendwie passte die Anzahl der Räume nicht.

Aber ein ehemaliger Backofen war mit einer Liegefläche ausgestattet...und statt Brotlaibe wollte ich meinen Leib dort zur Ruhe betten...

Reingepasst hatte ich...

Der obere Teil des Ofens war gemütlich mit Decken und Teppichen abgehängt, eigentlich recht urig...mitten auf dem Hof.

Ich machte das Licht aus und wollte einschlafen...

Nun, bei der ersten Nacht in einem Backofen hat man schon so seine Probleme den Schlaf zu finden...und man hört dann jedes Geräusch...auch ein ganz leises Rascheln...

Ich machte die Taschenlampe an und leuchtete nach oben...



Modellbild...der hier ist noch in Betrieb...

Hunderte von großen ekligen Spinnen seilten sich aus der Stoffdecke des Backofens auf mich ab...

Ich will nicht sagen, dass ich eine Spinnenphobie habe, aber ich mag diese Wesen nicht...und der Gedanke, dass sie sich beim Schlafen in meinen Mund abseilten, lies mir keine Ruhe...



Wohin?


Im Backofen konnte ich nicht bleiben...und alle Zimmer waren belegt..

Also legte ich mich mit dem Schlafsack auf den Küchentisch, rechtzeitig den Wecker stellend, damit ich nicht als Morgengedeck mit Marmelade beschmiert wurde...


Niemand hatte was bemerkt...

Ich lies mir dann vom Busfahrer den Zweitschlüssel vom Bus geben und verbrachte den Rest der Zeit nachts im Mittelgang des Busses.

Hart und schmutzig.




Alles war besser als mit Spinnen zu schlafen!





Wir haben Wildwasserfahrten gemacht, sind gewandert und natürlich unter Führung eines ortskundigen Höhlenkletteres in eine Höhle gestiegen.


Der Eingang war ein 20 m tiefer Schacht. Der Franzose hängte eine Trittleiter rein und sicherte die hoch oder runtergehenden Jugendlichen an einem Seil. Mit einer Hand...mit der anderen musste er ja die Zigarette halten.

Ich stieg parallel dazu an einem Seil mit der Single Rope Technik hoch und runter...hatte auch den Vorteil, dass ich neben den Jugendlichen immer auf der gleichen Höhe war...nur öfters hoch und runter musste...


Hab sogar noch ein Bild von dieser Tour...selbst die Schlaze (das sind die Ganzkörper-Kondome fürs Höhlenschlufen) bekamen wir ausgeliehen..