Explosive Klassenfahrt

Bleiben wir bei Klassenfahrten...

Ich versuchte immer etwas zu organisieren, bei dem der Kurs ein Gemeinschaftserlebnis hat:

- Eine Hüttentour in 2000 m Höhe rund um den Königssee.

- Zwei Häuser mieten in einem Vorort von London, dort gemeinsam leben und kochen...

- Bauernhof mieten in Südfrankreich (das war die Story mit dem Ofen...)

Meine letzte Fahrt ging nach Malta. Wir mieteten uns drei große moderne Ferienwohnungen dicht am Meer, eine so groß, dass wir mit 16 Leuten dort gemeinsam kochen und essen konnten.... Das war so preisgünstig, dass wir sogar an einen einsamen dunklen Strand fahren konnten, dort den Sonnenuntergang und den Mondaufgang genießen konnten und nach Mitternacht mit Taxis zurückfahren konnten.

Die Kosten lagen dennoch noch deutlich unter dem erlaubten Limit.


Aber erzählen möchte ich jetzt von zwei Fahrten nach Sizilien mit zwei Tutorkursen, 2003 und 2007.

Was mit welchem Kurs wann passiert ist, weiß ich nicht mehr...

Aber einige Erinnerungen sind noch da...


Die erste Häfte der Fahrt verbrachten wir immer auf Vulcano. Dort hatten wir drei große zusammenhängende Ferienwohnungen mit großer gemeinsamer Terrasse, wo wir abends kochten und lange zusammen saßen (übrigens Kosten von nur 10.- pro Tag und Person, Tagesverpflegung 5.-€).

Bei einer der Fahrten musste ich mein Bett in eine der Küchen stellen (die wurde nicht gebraucht). War nicht schlecht, fließend kaltes und warmes Wasser...

Unter mir wohnte wohl der schwerhörige Großvater des Besitzers. Auf Grund der nächtlichen Geräuschentwicklung tippte ich auf einen Fan von Militär-Pornos...was auch immer das sein mag...mir raubte es jedenfalls den Schlaf...: Laute Militärmusik und das kräftige Stampfen eines Holzbeines...

Und so war ich tagsüber öfters müde...



Zwei Tage fuhren wir mit dem Schiff zur Insel Stromboli und bestiegen abends den über 1000 m hohen gleichnamigen noch hochaktiven Vulkan und sahen die Lavafontainen. Den Rest der Nacht pennten wir dann nach dem Abtieg am Strand und nahmen die Morgenfähre zurück.

Die zweite Hälfte der Fahrt fuhren wir dann zum Ätna und wohnten in einem alten schloßähnlichen Gebäude, mit Kaminfeuer, Küchen und vielen Toiletten.

Ich weiß noch, dass ein Mädchen die Endreinigung sehr ernst nahm...die Klobürste steckte zum Schluß unbefreibar im Abflussrohr tief, sehr tief, in der Wand...

Auf der Abifeier schenkte ich ihr eine mit Rosen verzierte Klobürste...


Eine Tageswanderung brachte uns immer auf den Ätna, tagsüber wanderten wir über die Lavafelder und nachts stiegen wir dann ab zur Herberge.

Einmal überrachte uns der Ausbruch eines Nebenvulkans.

Eine riesige Rauchwolke stieg auf und Steine flogen durch die Luft...so schnell hatte ich meinen Kurs noch nie rennen sehen...aber alle kamen rechtzeitig aus der Landezone der Steine heraus.

Sonst wären wir in die Bildzeitung gekommen...



Und natürlich kletterten wir auch in alte Lavahöhlen...



Auf Vulcano unternahmen wir auch Inselerkundungen auf Quads. Trotz nachhaltiger Belehrung musste ein Schüler die Kurven besonders eng nehmen und er schlidderte über den Kies.

Sein Körper war mit Schürfwunden überzogen. Überall.

Einen Arzt oder ein Krankenhaus gab es auf Vulcano nicht, nur eine Krankenschwester...sehr stämmig, sehr kräftig, sehr kernig...


Sie war auf solche Fälle spezialisiert und hatte dafür einen großen Kanister Iod zum Desinfizieren bereitstehen. Mit einer Hand hielt sie den Schüler fest und mit der anderen Hand kippte sie das Iod in riesigen Mengen über seinen Körper.

Ganzkörper-Desinfizierung.


Die Schmerzensschreie waren auf der ganzen Insel zu hören.

Unvergesslich.