Der Anfang

PhysikClub

2001 wurde die Kinder- und Jugendakademie gegründet. Für besonders interessierte und begabte Jugendliche sollten Schulen Angebote für alle anderen Schulen öffnen. Für Physik fand man niemanden… Die Leiterin der Kinder- und Jugendakademie war Kollegin an der ASS, wir hatten schon als Verbindungslehrer gut zusammengearbeitet. Deswegen viel es mir sehr schwer ihre Bitte nach einem Physikangebot abzulehnen.

So entstanden im Herbst 2001 die Pläne für den PhysikClub.

Ich hatte damals schon sehr intensiv LOL (Lernen ohne Lehrer) ausprobiert, viele Klassen erarbeiteten sich den Unterrichtsstoff in Mathe, Physik und Philosophie in kleinen Lerngruppen. Ich war Berater und Coach.

Das war recht erfolgreich und so entschloss ich mich dieses Konzept auf den PhysikClub zu übertragen.

Freitags am späten Nachmittag sollten, für genau 2 Schulstunden, die Treffen sein. Gedacht war an ein Angebot ab Klasse 9.

Mit Beginn des Halbjahres (Februar 2002) sollte es losgehen. Damit auch genügend ASS-Jugendliche mitmachen, zog ich durch die 9. und 10. Klassen… ich wurde ausgelacht…wer will denn schon am Freitagnachmittag in die Schule kommen, und dann auch noch zu Physik!

Aber heimlich sprachen mich einige Jugendliche an und bekundeten ihr Interesse.

Am ersten Nachmittag kamen 17 Jugendliche, etwa 70% von der ASS.

Nach einer kurzen Einführung zur Arbeitsmethode entwickelten sie Fragen zur Chaosphysik und planten Experimente.

Das muss so 2007 gewesen sein...:



PhysikClub Oktober 2007

PhysikClub August 2008


PhysikClub November 2009

Nach den Sommerferien wählte die Gruppe das Oberthema Elementarteilchenphysik. Nach vielen Wochen der Einarbeitung entdeckte ich ein Konzept an der Uni Mainz, eine Messstation für kosmische Myonen aufzubauen. Die dortigen Physiker erklärten sich bereit uns die Bauteile zur Verfügung zu stellen. Ich bot dem Kurs im Herbst an, den Aufbau zu übernehmen, damit sie dann damit messen können. Das wurde aber abgelehnt…die Jugendlichen selbst wollten die Station entwickeln und waren bereit dafür Monate zu investieren.

Das war der erste Schritt Richtung SFN.

Drei von ihnen wollten dann mit weiteren Untersuchungen am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilnehmen.

Mit dem neuen Schuljahr wuchs die Gruppe. Wir vereinbarten ein Rahmenthema (Netzwerktheorie), das wir uns in Seminarform erarbeiteten und dann Fragen entwickelten. Gleichzeitig wurde die „Jugend forscht“-Arbeit vorangetrieben. Im Februar 2004 wurde sie Sieger im Regionalwettbewerb Hessen Nord (in Gießen!) und kurze Zeit später Landessieger. Auf dem Bundeswettbewerb gab es einen Sonderpreis für eine herausragende physikalische Arbeit.

Auch aus den Netzwerkprojekten entstanden Arbeiten für Wettbewerbe und somit gab es seit Sommer 2004 kein gemeinsames Oberthema mehr. Die Teams forschen an eigenen, von ihnen bestimmten vollkommen unterschiedlichen Themen. Ich bin ihr Berater und werde seit damals von einem meiner damaligen Referendare unterstützt.

Da wir uns immer nur einmal in der Woche trafen, musste jedes Mal auf- und wieder abgebaut werden. Aber schnell bekamen wir einen normalen und einen sehr kleinen Raum, in dem wir Experimente stehen lassen konnten und eine kleine Werkstatt einrichten konnten.

In diesem Provisorium arbeiteten wir von Februar 2002 bis Mai 2012, also über 10 Jahre.

Dann zogen wir in das neue SFN. Dazu gibt es einen eigenen Post: "Das erste Mal"